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15 Minuten fürs Überleben – das Team von Marquardt Immobilien beim Erste-Hilfe-Kurs

Morgens auf dem Weg zur Arbeit, schnell noch zum Bäcker und mit Brezel in der Hand ins Büro hetzen. Plötzlich sieht man im Augenwinkel ein Taumeln. Der Mann an der Ampel bricht zusammen, ist grau im Gesicht. Auf Rütteln keine Reaktion, der Mann atmet nicht mehr! Was tun? Etwa 70 Prozent der Menschen in Deutschland, die solche Situationen erleben, entscheiden sich falsch und tun nichts.

„Etwa 100.000 Menschen erleiden bei uns pro Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur in 30 Prozent der Fälle helfen Laien, um die 15 Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken, so dass die Überlebenschancen des Menschen steigen“, erklärt Notfallsanitäter Joachim Böttinger, der sonst Dienst im Hubschrauber Christoph 41 in Leonberg schiebt. Böttinger gründete zusammen mit Notarzt Peter Cartes die „Akademie 15 Minuten fürs Überleben“, mit dem Ziel so viele Menschen wie möglich in Wiederbelebung und Notfallmaßnahmen auszubilden. „Man kann mit wenigen Handgriffen die Überlebenschancen eines Menschen extrem erhöhen“, gibt Böttinger zu bedenken.

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9. Loch auf einem Golfplatz im Kreis Böblingen

Karin W. schlägt ab, der Ball macht sich auf den Weg Richtung Grün. Konzentriert verfolgt sie seine Flugbahn, auf einmal ein dumpfes Geräusch. Karin W. dreht sich um, ihr Mann liegt hinter ihr am Abschlag. Keine Reaktion, keine Atmung. Karin W.s Herz beginnt zu rasen, dennoch schätzt sie die Lage sofort richtig ein. In größter Sorge um Ihren Mann ruft sie den Rettungsdienst unter 112 an, schildert die Situation und beschreibt, wo sie sich befinden, dann beginnt sie mit der Reanimation. Ihre Arme sind steif, die Hände liegen aufeinander. 100 Mal pro Minute drückt sie mitten auf seinen Brustkorb. Fünf Zentimeter tief. Nach etwa sieben Mal drücken wird sein Gehirn wieder notdürftig mit Blut versorgt. Seine Überlebenschancen steigen. Sie hält durch bis der Rettungsdienst da ist. Ihr Mann überlebt.

Dieser Fall aus dem Freundeskreis von Geschäftsführer Joachim Marquardt hat großen Eindruck bei ihm hinterlassen: „Im Notfall helfen zu können ein Leben zu retten, ist eine Fähigkeit, die man lernen kann. Deswegen wollte ich meinen Mitarbeitern diese Möglichkeit anbieten.“ Auch Marquardt selbst war schon in einer Situation, bei der er auf Erste Hilfe angewiesen war: „Beim Kiten ist mir nach einem Sturz eine Vene geplatzt. Ich habe es noch geschafft an den Strand zu kommen. Dort war glücklicherweise ein Arzt zugegen, der mit einem Druckverband die Blutung stillen konnte“, erzählt Marquardt.

In Deutschland ist übrigens jeder gesetzlich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Und es muss schnell gehen, denn mit jeder Minute, die nach dem plötzlichen Herztod ohne Herzdruckmassage vergeht, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent. Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

„Das Herz pumpt kein Blut mehr in das Gehirn und den restlichen Körper. Der Betroffene wird sofort bewusstlos und atmet nicht mehr. Dies geschieht innerhalb weniger Sekunden. Der Mensch ist klinisch tot“, erklärt Joachim Böttinger, der den neuartigen Notfall-Hilfe-Kurs für das Team von Marquardt Immobilien leitete. Im Kurs selbst übten alle Teilnehmer die Reanimation an Puppen, die mit dem iPad verbunden sind. Anhand einer App lässt sich für jede Puppe die Qualität der Reanimation auswerten, das heißt Rhythmus, Kompression und Entlastung des Brustkorbs.

Auch einige Mitarbeiter von Marquardt Immobilien haben Erfahrungen mit Notfallsituationen gemacht. „Das war so beängstigend, dass ich mir damals geschworen habe: So hilflos bist du nicht mehr“, erinnert sich Chefsekretärin Birgit Arnold an einen Urlaub auf Korsika vor vielen Jahren. Damals war das Meer nach einem Sturm sehr unruhig und der Rücksog durch die Wellen immens. Dennoch beobachtete sie wie ein älterer Herr und sein Enkel gemeinsam zum Schwimmen gingen. „Mein Mann und andere Helfer haben es mit einem Tau geschafft, den Mann zu retten. Er war reglos und sah aus wie tot. Keiner am Strand wusste was zu tun ist und so haben wir auf den Rettungsdienst gewartet“, erzählt Arnold, die zurück in Deutschland sofort einen Erste-Hilfe-Kurs besuchte. Die Geschichte ging gut aus, der Mann überlebte.

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Die Angst zu helfen und dabei etwas falsch zu machen, sitzt bei vielen tief. Strafbar macht sich allerdings unter Umständen der, der nicht hilft. Im Notfall-Hilfe-Kurs bei der „Akademie 15 Minuten fürs Überleben“ wurden Hemmschwellen abgebaut und alle Fragen kompetent und verständlich erklärt. „Der Kurs war kurzweilig, die Erklärungen einprägsam und man geht mit dem Gefühl nach Hause nun wirklich helfen zu können“, fasst Joachim Marquardt seine Eindrücke zusammen.

Prüfen, Rufen, Drücken!

Bricht ein Mensch zusammen, sollte man zunächst überprüfen, ob er noch reagiert. „Man kann zum Beispiel in die Nasenscheidewand oder in die Arminnenseite kneifen. Das ist ein unangenehmer Schmerz. Erfolgt keine Reaktion muss man die Atmung überprüfen. Entweder horchen oder die Hand vor Mund und Nase des Menschen halten“, erklärt Notfallsanitäter und Anästhesiepfleger Böttinger.

Bis der Notarzt vor Ort ist, vergehen wichtige Minuten, denn klar ist: der Ersthelfer kann das Zünglein an der Waage sein zwischen Leben oder Tod. Wenn beim plötzlichen Herztod schnell mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, verdoppeln sich die Überlebenschancen.

Der Erste-Hilfe-Kurs für das Team von Marquardt Immobilien war ein wichtiger Impulsgeber, um Ängste abzubauen und Kompetenzen zu erwerben. Die Kurse der „Akademie 15 Minuten fürs Überleben“ finden in kompakten 90-minütigen Blöcken statt. Geleitet werden diese Kurse ausschließlich von Profis wie Notärzten, Notfallsanitätern oder Rettungsassistenten. Weitere Informationen unter www.akademie-15-min.de.